Zitat der Woche 5 – 2009
Konsum und Börse – ein Zusammenhang?
Der Amerikaner Harry Dent hat einen engen Zusammenhang zwischen der Demographie eines Landes und der Entwicklung der Börsenkurse feststellt. Die treibende Kraft einer Volkswirtschaft sind die Ausgaben der Konsumenten, sagt er, und das Ausgabenverhalten lasse sich relativ genau bestimmen. Der gemeine Amerikaner sozusagen gibt demnach mit 46,5 Jahren am meisten aus, der Deutsche Normalverbraucher mit 50 Jahren. Dent hat nun die Entwicklung der Geburtenrate mit dem Dow Jones verglichen und festgestellt, dass eine Geburtenwelle eine hausseträchtige Ausgabenwelle zur Folge hat, die die Börsenkurse beflügelt und zwar dann, wenn die Menschen das Alter mit den höchsten Ausgaben erreichen. Diese These lässt sich auch am Beispiel Japan nachweisen, die seit fast zwei Jahrzehnten anhaltende Konjunkturschwäche Japans hat auch mit der Alterung der dortigen Bevölkerung zu tun. Für Deutschland, wo der Export eine entscheidende Rolle bei der Konjunkturentwicklung spielt, hieße das: Bis Mitte des nächsten Jahrzehnts wird der Aktienmarkt von der kommenden Ausgabenwelle der geburtenstarken Jahrgänge noch getragen oder gehalten und dann kommen vermutlich magere Zeiten. Erst recht, wenn auch der Export sich wegen des veränderten Konsumverhaltens in den alternden Exportmärkten abschwächen sollte. Das gilt vor allem für die Schwellenländer, die Entwicklungsländer und selbst für die Vereinigten Staaten.
Aus: Jürgen Liminski, Die verratene Familie – Politik ohne Zukunft, Augsburg, 2007, S. 66
