Zitat der Woche 8 – 2009
Karl Schwarz: Bevölkerungspolitik ist möglich, aber nicht so
„Eine pronatalistische Familienpolitik ist teuer. Sie muss außerdem mit dem Widerstand derjenigen rechnen, die nur ein Kind oder überhaupt keine Kinder haben; denn diese müssten wohl in erster Linie zur Finanzierung herangezogen werden. Sie stünde auch im Widerspruch zu den Lebensstilen, die heute als begehrenswert betrachtet werden. Kinder ja, aber allenfalls zwei. Im Alltag haben es die Erwachsenen – vor allem in den Großstädten – verlernt, mit Kindern zusammen zu leben. […] Damit soll nicht gesagt sein, dass eine Zunahme der Kinderzahl außerhalb aller Möglichkeiten liegt. Bedeutende Veränderungen zu einer größeren Kinderzahl sind jedoch vor allem dann nicht zu erwarten, wenn Familienpolitik – wie bisher – ausschließlich als Sozialpolitik für die Familie mit frauenemanzipatorischen Farbtupfern angesehen wird“.
Karl Schwarz: Aufforderung an die Demographen zum Einstieg in die Bevölkerungspolitik, S. 431-440, in: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Ausgabe 3-4/2000, S. 438.