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Zitat der Woche 13 - 2009

Das Dilemma mit den alternativen Lebensformen

Im Einzelfalle mögen heute alternative Lebensformen plausibler sein als die Lebensform der „Normalfamilie“. Aber die Rechtsordnung und mit ihr die Politik hat es vor allem mit der Ordnung der vorherrschenden Verhältnisse zu tun und steht angesichts solcher Wünsche stets vor dem Dilemma, wie weit die Anerkennung alternativer Lebensformen getrieben werden kann, ohne die in familialer Hinsicht im Regelfalle leistungsfähigere Form der Familie ihres leitbildhaften Charakters zu entkleiden. Zu Letzterem besteht auch aus soziologischer Sicht keinerlei Anlass. Eine Gesellschaft, die nicht in der Lage wäre, bestimmte Formen ihres Zusammenlebens deshalb zu privilegieren, weil sie sie als im Regelfalle als sozial nützlicher ansieht, würde sich in Widersprüche verwickeln und ihren Mitgliedern Orientierungsleistungen vorenthalten, auf die sie im Regelfalle angewiesen sind.

Franz-Xaver Kaufmann: Zukunft der Familie im vereinten Deutschland. Gesellschaftliche und politische Bedingungen, Verlag C. H. Beck, München 1995, S. 225.

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