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Zitat der Woche 14 – 2009

Vor Einführung des Elterngeldes: Deutliche Warnung an die Politik

Das Elterngeld versteht die Familie nicht […] primär als Raum der Persönlichkeitsentfaltung von Eltern und Kindern, den der Staat fördern und unterstützen, in seiner internen Ausgestaltung hingegen der Autonomie der Freiheitsberechtigten überlassen sollte. Stattdessen geht es von einem neuen Leitbild „richtigen“ Familienlebens in Gestalt der Doppelverdienerfamilie (sowie der Familie Alleinerziehender und ihrer Kinder) aus, auf das der Staat aktiv gestaltend hinzuwirken versucht. […] Aber selbst auf der Grundlage der Prämisse, der Mensch entscheide bei seiner Familienplanung in erster Linie als homo oeconomicus, scheint die konkret gewählte Ausgestaltung nur bedingt geeignet, dieses Ziel zu befördern, und könnte sogar teilweise kontraproduktiv wirken. Denn um die Vorteile des Elterngeldes zu optimieren, müßten junge Erwachsene ihre Familiengründung möglichst auf einen späteren Zeitpunkt mit dann höherem Einkommen verschieben, zu dem biologische Gründe sie jedoch zu einem Verzicht auf (mehrere) Kinder zwingen könnten.

 

Christian Seiler: Stellungnahme zum Elterngeld vor dem Bundestagsausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ausschussdrucksache, 16(13)81g, S. 8-9.

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