Bindung, Bildung, Innovation:
Nachhaltige Auswege aus der Krise finden
Das inhaltliche Konzept: Ziel und Fragen der Tagung in Berlin
Emotionen sind nach einem Wort des wohl bekanntesten amerikanischen Kinderpsychotherapeuten Stanley Greenspan die „Architekten des Gehirns". Sie fördern die Bildung neuronaler Verschaltungen, mithin das Wachstum des Gehirns. Gute Emotionen schaffen gutes Wachstum, Ausdauer, Empathie und soziale Kompetenz, schlechte Emotionen und Traumata bremsen das Wachstum und führen zu Ängsten und Verhaltensstörungen. Viele Forscher sagen deshalb: Bindung geht der Bildung voraus. Mit anderen Worten: Zuwendung, Zärtlichkeit, Zeit - die drei großen Z von Pestalozzi - schaffen die Voraussetzung, dass das Kind später gut lernen, sich konzentrieren und mit Ausdauer beschäftigen, also nachhaltig arbeiten kann, dass es innovativ ist und so später als Ingenieur den (deutschen) Export mit anschieben kann, dass es seine Gefühle einordnen und so teamfähig sein kann, dass es, kurz gesagt, über das Humanvermögen verfügt, um Staat und Gesellschaft menschlich mit zu gestalten.
Bindung geht der Bildung voraus. Bildung wiederum entscheidet über die Innovationskraft und damit die wirtschaftliche Zukunft vor allem der rohstoffarmen, europäischen Länder. Das Symposium am 29. Juni 2009 in der Landesvertretung von Nordrhein-Westfalen (Berlin-Zentrum) soll diese Zusammenhänge, die innere Logik zwischen Bindung, Bildung und Innovation aufzeigen. Es kommen Bindungs-, Familien- und Hirnforscher zu Wort, Psychotherapeuten, Ökonomen und Personalberater. Sie alle vereint auch die Fragen: Was sagt uns die Wissenschaft über die Zusammenhänge von Bindung und Bildung? Welche Rolle spielen Liebe und Zuwendung für die Innovation? Was heißt in diesem Kontext Begabung, was heißt Kreativität, was heißt Humanvermögen? Welche Bildungswege führen zu mehr Innovation? Welche Fähigkeiten brauchen der Arbeitnehmer und die Wirtschaft von morgen für die Zeit nach der Krise? Welche ethischen und teamwork-spezifischen Maßstäbe werden in der frühen Kindheit grundgelegt? Sind Mütter die besseren Manager? Bessere Bindung gleich stabilerer Generationenvertrag und weniger Krankheit? Wohin wandert die Innovation weltweit?
Es gibt für solche Fragen keine definitiven Antworten, aber viele Teilergebnisse. Sie zeigen Wahrscheinlichkeiten auf und reichen aus, um der Politik Impulse zum weiteren Nachdenken zu geben. Diese Impulse erscheinen den Veranstaltern notwendig, um den politischen Diskurs zur Zukunft des Gemeinwohls zu ergänzen. Veranstalter und/oder Sponsoren der Tagung sind das Institut für Demographie, Allgemeinwohl und Familie e.V., die Stiftung Humanum, der Deutsche Familienverband, der Deutsche Arbeitskreis für Familienhilfe e.V., der Handwerkskammertag Nordrhein-Westfalen, Stiftung für Familienwerte, u.a.m. ....
