zurück

Zitat der Woche 43 - 2009

Kirchhof: Bei Wahlen der Familie wieder Gewicht geben

„Wenn gegenwärtig in Deutschland zu wenige Kinder geboren werden, ist dies der wichtigste Krisentatbestand. Wir werden elementar umdenken und auch die berechtigten Wirtschaftsanliegen nach Wachstum, Gewinn und Umsatz hinter den Bedürfnissen der jungen Eltern und ihrer Kinder zurückstellen müssen. Die Erwerbs- und Ausbildungsbiographien sind auf eine frühere Familiengründung auszurichten, die sozialen Sicherungssysteme des Generationenvertrages haben auch in der Rente als erstes die Eltern zu berechtigen, weil diese dem Generationenvertrag einen Schuldner, die Kinder, gegeben haben. Das Wahlrecht hat zu erkennen, dass ein Kind ein Mensch ist, der demokratische Grundsatz „Ein Mensch, eine Stimme" deshalb auch dem Kind ein Wahlrecht gibt, dieses allerdings bis zu seiner Volljährigkeit von den Eltern pro Elternteil mit einer halben Stimme je Kind ausgeübt wird. Damit gewinnt die Familie in der Demokratie wieder Gewicht."

Paul Kirchhof: Politische Studien- Zeitgespräch zu aktuellen Fragen und Problemen der Verfassungspolitik, S. 8-13, in: Politische Studien 427 - Zweimonatszeitschrift für Politik und Zeigeschichte, 60. Jahrgang • September/Oktober 2009, S.9-10.