Zitat der Woche 50-51 / 2009
Der Einfluss des Elternhauses währt ein Leben lang
In nahezu allen Studien aller Länder findet sich das Ergebnis, dass Eltern mit einem höheren Bildungs- und kognitiven Kompetenzniveau - unabhängig davon ob man diese beiden an formalen Bildungstiteln, Testergebnissen oder familiären Bücherzahlen festmacht - Kinder haben, die selbst wiederum überdurchschnittlich intelligent sind. [...] Solche Eltern sprechen mehr mit ihren Kindern, geben ihnen mehr geistige Anregungen, achten auf eine sinnvolle Freizeitgestaltung, fördern aufgabenbezogenen Fleiß, schulische Interessen und eine breite Bildung, konkret etwa Hausaufgabenerledigung, wenig Unterhaltungsfernsehen, mehr Museumsbesuche, Lesen und gesunde Ernährung. Sie setzen höhere Entwicklungsziele und sie erziehen zugleich ihre Kinder eher wohlwollend und auf begründbare Regeln achtend („autoritativ"). Schließlich lassen sich förderliche Wirkungen eines vollständigen Elternhauses, also einer Entwicklungsumwelt stabil miteinander verbundener Elternteile nicht übersehen. Der Einfluss dieser elterlichen Faktoren ist so stark, dass er nie durch Schulen oder frühkindliche institutionelle Erziehung in Krippen oder Kindergärten völlig aufgehoben werden kann.
Heiner Rindermann: Intelligenz als bürgerliches Phänomen. S. 666-676, in: Merkur - Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken, Heft 8 - 63. Jahrgang, August 2008, S. 667.
