Etzioni: Zeit für Kinder heißt sich selbst investieren
Kinder brauchen Aufmerksamkeit, wie Robert Bellah und die anderen Autoren des Buches „Die Gute Gesellschaft" schreiben. Man muss Zeit und Energie in sie investieren und, vor allem, sich selbst. [...] Kinder kann man nicht per Telefon erziehen, und seien die Anrufe noch so wohlgemeint und liebevoll. Dazu bedarf es physischer Präsenz. Das Schlagwort von der „Qualitätszeit" (ganz zu schweigen von „Qualitätsanrufen") ist eine lahme Ausrede für elterliche Abwesenheit; es unterstellt, dass der Aufbau enger sozialer Beziehungen, Erziehung in Zeithäppchen, im Fluge stattfinden könne. Qualität setzt Quantität voraus.
Amitai Etzioni: Die Entdeckung des Gemeinwesens, Ansprüche, Verantwortlichkeiten und das Programm des Kommunitarismus, Stuttgart 1995, S. 68-70.
