Nüchterne Demographie-Prognosen der 70er Jahre
Die nächsten Dekaden, in den sich die einsetzende Bevölkerungsabnahme auf der Basis des Geburtenrückganges auswirkt, lassen sich in ein drei- bis vierphasiges Schema einordnen: [...] In der dritten Phase, d. h. vom 30. bis zum 45. Jahr nach Einsetzen des Bevölkerungsrückganges, sinkt die Lebensqualität in den ländlichen Räumen [...] und der Zug in die Ballungsgebiete beginnt. [...] Die Probleme, die sich auf dem Arbeitsmarkt dadurch ergeben, dass jüngere Arbeitskräfte fehlen, werden jetzt verstärkt spürbar. [...] In der vierten Phase, d. h. vom 45. bis 60. Jahr nach Einsetzen des Geburtenrückganges, sind die bisher erwähnten sozialpsychologischen Probleme sämtlich fortzuschreiben, d. h. Reibungen zwischen den Generationen, zunehmender Konservativismus, erhöhte Anforderungen an ältere Menschen durch Berufswechsel im Arbeitsleben, interethnische Konflikte mit Immigranten.
Hans W. Jürgens: Sozialpsychologische Aspekte eines Bevölkerungsrückgangs, S. 135-148, in: Warnfried Dettling (Hrsg.): Schrumpfende Bevölkerung - wachsende Problem? Ursachen - Folgen - Strategien, München 1978, S. 145-146.
