Zitat der Woche 16 / 2008
Renate Schmidt zum Sinn von Familienpolitik
Welches Interesse hat die Politik an Familie und welche Notwendigkeit gibt es daher, Politik für Familien zu betreiben? Es sind zwei handfeste Interessen, zum ersten eine ideelle, zum zweiten eine materielle, die der Staat, also die Allgemeinheit, an der privaten Institution Familie hat. (1)
In der Familie wird Sorge getragen für die nächste und nach wie vor sehr häufig für die vorangegangene Generation, also für Kinder und Großeltern, materielle Sorge und ideelle Sorge. In der Familie werden Kompetenzen eingeübt, aus Familien heraus wird der größte Teil der ehrenamtlichen Arbeit geleistet. Würden Familien als Leistungsträger für das „sich kümmern“, für die Sorge um andere ausfallen und diese Sorge vom Staat geleistet werden müssen, würden die Kosten dafür von keinem Staat geleistet werden können. Emotionale Wärme und Humanität eines Staates resultieren in einem hohen Maß au s der Arbeit und der Existenz seiner Familien.
(1) Renate Schmidt: Familienpolitik in Deutschland (West) – ein Rückblick und ein Urteil: mangelhaft, 469-504, in: Bernhard Jans/André Habisch/Erich Stutzer (Hrsg.): Familienwissenschaftliche und familienpolitische Signale. Max Wingen zum 70. Geburtstag, Grafschaft 2000, S. 469.
