Zitat der Woche 18 / 2008
Prof. Hans Bertram zur Bedeutung der Ehe für die Familiengründung und das Aufwachsen von Kindern mit (mehreren) Geschwistern
„Die
Zahl der Kinder, die mit einem Geschwister aufwachsen, bildet die große
Gruppe der Kinder; aber auch die Mehrkinderfamilie, das heißt Kinder
mit zwei, drei oder mehr Geschwistern kommen viel häufiger vor, als
zunächst aus der Perspektive des Haushalts und der
Durchschnittsbetrachtung der Kinder abgeleitet wird (1). […]
Aus den
Geschwisterrelationen wird aber auch deutlich, dass vor allem die mit
zwei und mehr Geschwistern aufwachsenden Kinder häufiger in Familien
leben, in denen die Eltern miteinander verheiratet sind, als die Kinder
ohne Geschwister. Die Ehe und damit die steuerliche Förderung der Ehe
betrifft gerade bei den Mehrkinderfamilien die große Mehrheit dieser
Kinder. Denn bei den zwischen 1961 und 1983 geborenen Frauen leben die
Kinder mit drei und mehr Geschwistern zu über 85 Prozent bei
verheirateten Eltern (2). […]
Auch wenn heute in der Öffentlichkeit
die Bedeutung der Ehe kritisch diskutiert wird und dabei vor allem die
ökonomischen Aspekte des Ehegattensplittings im Vordergrund stehen, ist
zumindest aus Sicht derjenigen, die sich für Kinder entscheiden,
festzustellen, dass die Ehe noch eine überragende Bedeutung hat. Auch
bei internationalen Vergleichsuntersuchungen ist immer wieder
hervorzuheben, dass die Entscheidung für Kinder auch davon abhängt,
dass die eigenen Einstellungen in Bezug auf Kinder vom Partner oder von
der Partnerin geteilt werden und dass beide Partnerschaft und Kinder
als eine auf Dauer angelegte gemeinsame Lebensperspektive begreifen“
(3).
------------------------------------
(1)
Vgl.: Hans Bertram: Die Mehrkinderfamilie in Deutschland. Zur
demographischen Bedeutung der Familie mit drei und mehr Kindern und
ihrer ökonomischen Situation. Expertise für das Kompetenzzentrum für
familienbezogene Leistungen im Bundesministerium für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend, S. 23-24.
(2) Vgl. ebd., S. 28.
(3) Vgl. ebd., S. 46.
Den gesamten Bericht können Sie unter folgendem Link abrufen:
http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/Kategorien/forschungsnetz.html
