Zitat der Woche 21 / 2008
Zur Bedeutung von Partnerschaftsberatung und Elternbildung
„Moderne Gesellschaften zeichnen sich gegenüber früheren durch eine höhere Kommunikationsbereitschaft, höhere Ansprüche an die Partnerschaft und Familie und damit auch höhere Ansprüche an die Stabilität von Beziehungen aus. Zum Beispiel zeigen Familienuntersuchungen (Bien/Schneider, 1998), dass nahezu alle jungen Eltern nach der Geburt vorhaben, ihre Kinder gemeinsam großzuziehen. Das Scheitern der Ansprüche an der Realität ist unserer Ansicht nach Folge einer gewissen Naivität, mit der viele Menschen in und durch ihre Beziehungen stolpern, und der Vorstellung, dass das Vermögen, komplexe Beziehungsprobleme zu lösen, naturwüchsig gegeben sei. […]
Bei einem besseren Konfliktmanagement, realistischen wechselseitigen Ansprüchen und guter Kommunikationskultur wird deutlich seltener die Trennung als einziger Ausweg aus einer Problemsituation gesehen. […]
Dies spricht für vorbeugende Aufklärung und Schulung in Problemmanagement (Elternbildung). Das Ziel ist eine größere Sicherheit in der Partnerschaft, d. h. das Vertrauen darauf, dass insbesondere in der verletzlichen Zeit, in der die Kinder klein sind, eine Trennung möglichst vermieden wird. Wenn die Präventionsmaßnahmen es den Partnerschaften erleichtern, alternative Problemlösungsstrategien zu nutzen, die weniger Wunden schlagen als das übliche Trennungs- und Scheidungsritual, wäre dies für alle Beteiligten besser.“
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Vgl.: Walter Bien/Alois Weidacher: Familien in prekären Lebenslagen – zur politischen Relevanz der Untersuchungsergebnisse. Zusammenfassung und Ausblick, in: S. 229-242, in: Walter Bien/Alois Weidacher (Hrsg.): Leben neben der Wohlstandsgesellschaft. Familien in prekären Lebenslagen, S. 239-240.
Zur Bedeutung von Partnerschaftsberatung und Elternbildung
„Moderne Gesellschaften zeichnen sich gegenüber früheren durch eine höhere Kommunikationsbereitschaft, höhere Ansprüche an die Partnerschaft und Familie und damit auch höhere Ansprüche an die Stabilität von Beziehungen aus. Zum Beispiel zeigen Familienuntersuchungen (Bien/Schneider, 1998), dass nahezu alle jungen Eltern nach der Geburt vorhaben, ihre Kinder gemeinsam großzuziehen. Das Scheitern der Ansprüche an der Realität ist unserer Ansicht nach Folge einer gewissen Naivität, mit der viele Menschen in und durch ihre Beziehungen stolpern, und der Vorstellung, dass das Vermögen, komplexe Beziehungsprobleme zu lösen, naturwüchsig gegeben sei. […]
Bei einem besseren Konfliktmanagement, realistischen wechselseitigen Ansprüchen und guter Kommunikationskultur wird deutlich seltener die Trennung als einziger Ausweg aus einer Problemsituation gesehen. […]
Dies spricht für vorbeugende Aufklärung und Schulung in Problemmanagement (Elternbildung). Das Ziel ist eine größere Sicherheit in der Partnerschaft, d. h. das Vertrauen darauf, dass insbesondere in der verletzlichen Zeit, in der die Kinder klein sind, eine Trennung möglichst vermieden wird. Wenn die Präventionsmaßnahmen es den Partnerschaften erleichtern, alternative Problemlösungsstrategien zu nutzen, die weniger Wunden schlagen als das übliche Trennungs- und Scheidungsritual, wäre dies für alle Beteiligten besser.“
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Vgl.: Walter Bien/Alois Weidacher: Familien in prekären Lebenslagen – zur politischen Relevanz der Untersuchungsergebnisse. Zusammenfassung und Ausblick, in: S. 229-242, in: Walter Bien/Alois Weidacher (Hrsg.): Leben neben der Wohlstandsgesellschaft. Familien in prekären Lebenslagen, S. 239-240.
