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Zitat der Woche 26 / 2008

Familie: Politik und Realität


„Von der Leyens Ideal ist das Doppelkarriere-Paar - ihr eigenes Lebensmodell. In einer Studie, die ihr Haus gemeinsam mit der Bertelsmann-Stiftung vorgelegt hat, werden diese "neuen Paare" als "gesellschaftliche Trendsetter" gepriesen. Es sind Eltern, die oftmals zusammen mehr als 100 Stunden in der Woche arbeiten, die sich Haushaltshilfen und Kinderfrauen leisten - und die eine Menge Steuern und Abgaben zahlen.


Dass die überwältigende Mehrheit der Deutschen so gar nicht leben will, sondern mehr Zeit für die Familie wünscht, ficht die Tochter des früheren Ministerpräsidenten Ernst Albrecht nicht an. Umfragen, die belegen, dass nicht nur im Westen, sondern zunehmend auch im Osten die Frauen das Modell der Teilzeit arbeitenden Mutter gegenüber der zu DDR-Zeiten üblichen Vollzeitberufstätigkeit bevorzugen, ignoriert sie. Ebenso die Meinung der Mehrheit der Bevölkerung, dass Kinder unter drei Jahren am besten zu Hause aufgehoben sind. […] Nie zuvor in der Bundesrepublik war Familienpolitik so ökonomistisch, so sozialtechnokratisch wie in der Ära von der Leyen. Statt in Wirtschaft und Bevölkerung mehr Verständnis für Familien einzuwerben, will von der Leyen Familien nur effizienter machen. Kein Vorgänger hat der Normalfamilie - die schon mit zwei Kindern und eineinhalb Jobs oft an die Grenze der Belastbarkeit stößt - ständig ein solches Gefühl der Minderwertigkeit vermittelt“ (1).

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(1) Vgl.: Dorothea Siems: Leitartikel: Kümmert sich eigentlich noch jemand um die "Normalfamilie"?, WELTONLINE vom 19. Juni 2008, http://www.welt.de/welt_print/article2121308/Von_der_Leyens_verzerrtes_Familienbild.html

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