Nachricht der Woche 26 - 2008
In einer pluralistischen und zunehmend heterogenen Gesellschaft steht demokratische Politik vor der Herausforderung sehr unterschiedlichen Lebensentwürfen selbstverantwortlicher Menschen gerecht werden zu müssen. Welche Lebensentwürfe die Bürger in Europa im Blick auf das Familienleben bevorzugen, ist im Rahmen der „Population Policy Acceptance Study“ untersucht worden. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung hat die Ergebnisse dieser Studie für Deutschland ausgewertet (1).
Ein zentrales Ergebnis war, dass die Idealvorstellungen von Frauen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland sehr verschieden sind. Große Unterschiede bestehen nicht nur regional zwischen Ost- und Westdeutschland, sondern auch zwischen verschiedenen Gruppen von Frauen. In den neuen Bundesländern ist das Familienpolitikmodell der DDR noch präsent, das auf das Vereinbaren von Erwerbstätigkeit und Familie in Form der Vollzeiterwerbstätigkeit gerichtet war. Aber auch die Teilzeitbeschäftigung spielt eine wichtige Rolle. Das Erziehen von zwei Kindern verbunden mit einer Teilzeittätigkeit ist in Ostdeutschland das von Frauen am häufigsten gewünschte Lebensmodell. Noch dominierender ist das Ideal der Teilzeiterwerbstätigkeit in Westdeutschland: Fast die Hälfte aller Frauen präferiert dieses Modell. Nur eine Minderheit von 12,3 Prozent der Frauen in Westdeutschland möchte die Erziehung von Kindern mit einer Vollzeitberufstätigkeit verbinden. Fast jede fünfte Frau in Westdeutschland möchte auf Erwerbstätigkeit ganz verzichten, solange die Kinder klein sind.
Der Demograph Jürgen Dorbritz zieht aus diesen Ergebnissen den Schluss, dass von den Frauen echte Wahlfreiheit gewünscht werde: „Es gibt kein Modell, das sich als eindeutig dominierend herausgestellt hat. Die Spanne reicht von Vollerwerbstätigkeit mit mehr als zwei Kindern bis zum gänzlichen Berufsausstieg, wenn Kinder da sind. Die Familienpolitik sollte Paaren die Möglichkeit lassen, zwischen verschiedenen Modellen wählen zu können, so die Botschaft, die die Befragten mit ihren Antworten gegeben haben“ (2).
Echte Wahlfreiheit als Auftrag an die Politik
In einer pluralistischen und zunehmend heterogenen Gesellschaft steht demokratische Politik vor der Herausforderung sehr unterschiedlichen Lebensentwürfen selbstverantwortlicher Menschen gerecht werden zu müssen. Welche Lebensentwürfe die Bürger in Europa im Blick auf das Familienleben bevorzugen, ist im Rahmen der „Population Policy Acceptance Study“ untersucht worden. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung hat die Ergebnisse dieser Studie für Deutschland ausgewertet (1).
Ein zentrales Ergebnis war, dass die Idealvorstellungen von Frauen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland sehr verschieden sind. Große Unterschiede bestehen nicht nur regional zwischen Ost- und Westdeutschland, sondern auch zwischen verschiedenen Gruppen von Frauen. In den neuen Bundesländern ist das Familienpolitikmodell der DDR noch präsent, das auf das Vereinbaren von Erwerbstätigkeit und Familie in Form der Vollzeiterwerbstätigkeit gerichtet war. Aber auch die Teilzeitbeschäftigung spielt eine wichtige Rolle. Das Erziehen von zwei Kindern verbunden mit einer Teilzeittätigkeit ist in Ostdeutschland das von Frauen am häufigsten gewünschte Lebensmodell. Noch dominierender ist das Ideal der Teilzeiterwerbstätigkeit in Westdeutschland: Fast die Hälfte aller Frauen präferiert dieses Modell. Nur eine Minderheit von 12,3 Prozent der Frauen in Westdeutschland möchte die Erziehung von Kindern mit einer Vollzeitberufstätigkeit verbinden. Fast jede fünfte Frau in Westdeutschland möchte auf Erwerbstätigkeit ganz verzichten, solange die Kinder klein sind.
Der Demograph Jürgen Dorbritz zieht aus diesen Ergebnissen den Schluss, dass von den Frauen echte Wahlfreiheit gewünscht werde: „Es gibt kein Modell, das sich als eindeutig dominierend herausgestellt hat. Die Spanne reicht von Vollerwerbstätigkeit mit mehr als zwei Kindern bis zum gänzlichen Berufsausstieg, wenn Kinder da sind. Die Familienpolitik sollte Paaren die Möglichkeit lassen, zwischen verschiedenen Modellen wählen zu können, so die Botschaft, die die Befragten mit ihren Antworten gegeben haben“ (2).
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(1) Vgl.: Jürgen Dorbritz, Andrea Lengerer, Kerstin Ruckdeschel: Einstellungen zu demographischen Trends und zu bevölkerungsrelevanten Politiken. Ergebnisse der Population Policy Acceptance Study, Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung beim Statistischen Bundesamt, Wiesbaden 2005.
(2) Vgl.: Jürgen Dorbritz: Demographische Trends und Hauptergebnisse der deutschen Population Policy Acceptance Study (PPAS), in: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft 3-4 2004, S. 350-351.
