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Zitat der Woche 37 - 2008

Familienmanagement: Kraft zum Leben schenken

„Familienmanagement ist die Fähigkeit, verschiedenste Forderungen und Ansprüche aus Haus und Umwelt personalbezogen zu bündeln, zur weiteren, persönlichen Verarbeitung zu bringen und dadurch Humanvermögen zu bilden, in den Kindern und in sich selbst.

Die Forderungen und Ansprüche an die Familienmanager bewegen sich auf drei Ebenen. Einer emotionalen, einer handwerklichen und einer kognitiven. (…) Am wichtigsten sind die emotionale und die kognitive Ebenen. Sie sind personengebunden und können kaum delegiert werden. Die handwerkliche Ebene dagegen kann delegiert werden. (….) Das Managen von emotionalen, kognitiven und handwerklichen Aufgaben ist  weit mehr als eine Beschäftigung. Es ist ein Beruf. Das bedeutet auch, daß der Manager ein Bewußtsein für seine eigene Funktion entwickelt und das heißt, daß er weiterlernt, sich weiterbildet, sich weiter entfaltet. Er kann nicht nur aus dem Bauch heraus entscheiden. Dafür sind die Verhältnisse heute zu komplex. Er muß mehr wissen. Er muß seinen eigenen Fundus an Humanvermögen vermehren, indem er an sich selbst arbeitet und sich bewußt ist, daß er nicht nur eine Lebensphase mehr oder weniger gut hinter sich bringt, sondern daß er eine Aufgabe hat, eine Berufung zu diesem Beruf.

Es ist evident, daß die Haus-und Familienarbeit gegenüber der Erwerbsarbeit außer Haus als geringer eingestuft wird. Das hat sicher auch damit zu tun, daß die eine Arbeit bezahlt wird, die andere nicht. Das liegt aber auch daran, daß die eine Arbeit in meßbaren Funktionen und Produktionen abläuft, die andere jedoch nicht, obwohl man auch hier in Funktion und Produktion denken will, also nur Putzen, Kochen, Windeln, Wäsche, Bügeln etc. vor Augen hat. Das jedoch betrifft nur die zweite, die handwerkliche Ebene. Die wirklich substantielle und unersetzliche Arbeit zuhause aber ist die Gestaltung der zwischenmenschlichen Beziehungen, die Beschenkung mit Menschlichkeit. Sie erst macht die Erziehung aus, ihr „Produkt“ sind erwachsene, verantwortungsbewußte und nicht nur satte und beschäftigte Menschen. Daran denkt man in Politik und Medien ebenso wenig wie an die Weiter-und Fortbildung der Familienmanager selbst. Das sollten die Väter und Mütter nicht mitmachen. Sie sollten aus dem Bewußtsein heraus arbeiten, daß man auch in der Familie Karriere machen kann. Nur heißt hier Karriere nicht Macht, sondern Freundschaft, nicht Geld, sondern Glück. Es gibt in diesem Sinn auch keinen Mißerfolg. Ein mit Liebe, mit Menschlichkeit beschenkter Mensch ist immer ein Erfolg. Es zählen nicht seine Leistung, seine Güter – „cold projects“, könnte man mit Dahrendorf sagen – sondern seine Fähigkeit, Liebe weiterzugeben, Menschlichkeit weiter zu schenken, Hoffnung zu haben und zu verschenken, den Glauben an das Leben zu stärken, daran, daß es gut gehen kann, ohne naiv zu sein. Die personale Beziehung in der Familie ist immer auch eine Beziehung der Liebe, selbst  in ihrer negativen Form als Mangel an Liebe. In der Gestaltung dieser Liebes-Beziehung, die über die diversen Phasen der Versorgung, Anleitung und Begleitung schließlich zu einer Freundschaft  von selbständigen, freien und verantwortungsbewußten Personen führen soll, in der Gestaltung dieser Beziehung liegt die eigentliche Erziehungsleistung. Diese Beziehung trägt das Leben. Das wurde mir neulich bewußt, als ich im Buch der Fürbitten einer Kapelle in Bonn den Wunsch von Noemie las: „Für alle, die ich sehr lieb habe, so was wie die Mama, schenk ihnen Kraft zum Leben“. Kraft zum Leben schenken – das ist die Formel, das Logo des Unternehmens Familie.“

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Vgl. Martine Liminski, Abenteuer Familie, Sankt-Ulrich-Verlag, Augsburg, mit einem Vorwort von Prof. Dr. Paul Kirchhof, 2.Aufl., 2004, S. 28 ff.

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