Zitat des Monats, 2014 / 2, 19.01.2014

Chesterton: Die anarchische Freiheit des Familienheims


Zitat 2 / 2014

Erfahrungen auf dem Gebiete sog. „fortschrittlicher“ Bewegungen brachten mich zu der Überzeugung, dass sie meistens auf Erkenntnissen beruhen, die nur den Reichen eigen sind. […] Aber die schlimmste aller modernen Anschauungen, die nur auf dem Boden des Reichtums wachsen konnte, ist die Ansicht, dass Häuslichkeit etwas Dumpfes, Eintöniges sei. […] Das ist wahrlich die Ansicht eines reichen Mannes! Der reiche Mann weiß, dass sein Haushalt auf mächtigen lautlosen Rädern dahinrollt; angetrieben von einem Heer schweigender Diener […]. Er hat ja genug Geld und kann es sich leisten, ein Landstreicher zu sein. […] Die Wahrheit ist natürlich, dass das Heim für die mittelmäßig Armen der einzige Platz der Freiheit ist. Mehr sogar! Es ist der einzige Platz für Anarchie. […] ist der einzige tolle Ort in einer Welt voll Zwang und Regeln.


G. K. Chesterton: Was Unrecht ist an der Welt. Essays, München 1924, S. 66-69.