Zitat des Monats, 2015 / 13, 15.07.2015

Wahlfreiheit, Subsidiarität und Familie


Tragendes Element eines subsidiären sozialpolitischen Ansatzes ist die Wahlfreiheit der Person. […] Subsidiär betrachtet gestaltet sich die Wahlfreiheit zudem nicht innerhalb eines atomistischen und individualistischen Bezugsrahmens, sondern wird im Gegensatz zu einem grundlegenden Element, um der Person, die im Kontext der für sie wesentlichen – primär familiären […] Beziehungen gesehen wird, Freiheit und Verantwortung zurückzugeben. Gerade die Familie müsste also das eigentliche, zentrale Subjekt der neuen Wohlfahrt sein, und ihr müssten Rechte zuerkannt werden, die über die des Individuums hinausgehen, damit insbesondere einer echten steuerlichen Subsidiarität Raum gegeben wird, die die konkrete, von jeder Kernfamilie übernommene Verantwortung berücksichtigt und würdigt.


Angelo Kardinal Scola: Gemeinsam leben. Viele Kulturen, eine Gesellschaft, Freiburg 2013, S. 105-109.