Zitat des Monats, 2019 / 1, 10.01.2019

Europa und die Migration – wie Ungarn seine Haltung erklärt


… Wir kennen kein einziges Dokument, in dem stünde: „Wenn Du der Europäischen Union beitrittst, musst Du zu einem Einwanderungsland werden.“ Als wir beitraten, haben wir uns zu nichts dergleichen verpflichtet. … In solchen Fällen ist nicht ein Kompromiss, sondern Toleranz notwendig. … Auf ähnliche Weise ist über die Frage der Einwanderung hinaus auch in einigen anderen Fragen kein Kompromiss, keine Vereinbarung, sondern Toleranz und Respekt notwendig: Auch hinsichtlich der Auffassung über die Nation, über die Grundprinzipien der Familienpolitik, auf dem Gebiet der Regelung der Ehe und der gesellschaftlichen Integration. Bei uns steht es in unserer Verfassung so: Die Ehe ist eine Sache eines Mannes und einer Frau. …

Wenn wir über die Möglichkeit der Renaissance der Christdemokraten, der Christdemokratie sprechen, dann ist für mich der Gedanke bestimmend, den einst die Deutschen um 1945 in einer Rundfunkbotschaft aus Amerika erhielten und die folgendermaßen lautet: Das Christentum ist der Hintergrund, vor dem jeder unserer Gedanken einen Sinn gewinnt. Es muss nicht jeder Europäer an die Richtigkeit der christlichen Religion glauben, doch ganz gleich was er sagt, herstellt, tut, das alles erhält seine Bedeutung aus dem christlichen Erbe.”

Aus der Rede des Ungarischen Botschafters Dr. Andor Nagy über die „Stellung Ungarns in der Europäischen Union“ vor der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbänden in Wien am  20.11.2018. https://www.akv.or.at/home/die-stellung-ungarns-in-der-europaeischen-union-10317.